Die Performance historischer Immobilienfonds - Edition 2010
Die jüngste Finanzkrise stellt einen Meilenstein in der Vernichtung von Vermögensanlagen dar. Die Asian Development Bank schätzt den Verlust auf rd. US$ 50 Billionen. Dieser Verlust entspricht dem weltweiten Bruttoinlandsprodukt eines gesamten Jahres.
Die Folgen der Finanzkrise auf das Anlageverhalten deutscher Privatanleger sind deutlich sichtbar. So stieg im Zeitraum Juli 2008 bis Juli 2009 das Bargeld und die Sichteinlagen der privaten nichtfinanziellen Sektoren von EUR 1,642 Billionen auf EUR 1,764 Billionen an. Demnach haben sich die liquiden Guthaben um EUR 121,6 Mrd. erhöht. Das Platzierungsvolumen für geschlossene Fonds dürfte sich Hochrechnungen zu Folge im Vergleich zum Vorjahr mindestens halbiert haben (Stand drittes Quartal 2009).
In diesem schwierigen Umfeld haben Investoren geschlossener Fonds gemessen am platzierten Eigenkapital eindeutig den Sachwert Immobilie bevorzugt. Das Platzierungsvolumen beläuft sich bis inklusive des dritten Quartals 2009 auf EUR 1,347 Mrd., woraus sich ein Marktanteil von rd. 60,0% ergibt. Das FondsMedia Stimmungsbarometer Januar 2010 ergibt, dass von ca. 200 Befragten, vornehmlich Berater und Mitarbeiter von Emissionshäusern, 82% eine stabile Nachfrage für geschlossene Immobilienfonds im Jahr 2010 erwarten.
Das Team von FondsMedia hat die Performance historischer Immobilienfonds unter die Lupe zu nehmen. Basis für die Auswertungen bilden Leistungsbilanzen von 31 Emissionshäusern, die insgesamt 454 historische Immobilienfonds beinhalten. Im Vergleich zur Vorjahresstudie hat sich die Fondsanzahl um 105 Fondsgesellschaften bzw. rd. 30% erhöht. Das untersuchte Ursprungsinvestitionsvolumen beträgt ca. EUR 19,7 Mrd.
Die neue Marktstudie von FondsMedia zur historischen Performance geschlossener Immobilienfonds richtet sich an Berater, die Investoren anhand der Fakten den immensen Unterschied zwischen deutschen Altemissionen mit Fokus auf den Steuerspartrieb und modernen Immobilienfonds aufzeigen möchten. Anhand der Ergebnisse läßt sich zweifelsfrei erkennen, warum steuerorientierte Deutschlandfonds bis heute ein negatives Image für geschlossenen Immobilienfonds als solches auslösen können. Weiterhin wird transparent, welche Ergebnisse Auslandsimmobilienfonds bislang erzielt haben.
In der Beratungspraxis begründet eine unabhängig ermittelte Marktperformance - inklusive der bisherigen Risiken - Investitionen in Neuemissionen. Beispiel Hollandfonds: Die 95 ausgewerteten historischen Hollandfonds haben innerhalb von ca. 8,5 Jahren einen durchschnittlichen Vermögenszuwachs vor Steuern von ca. 5,5% p.a. erzielt. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 96,0%. Demnach haben Hollandfonds sehr stabil zu einem angemessenen Vermögenszuwachs auf Anlegerebene beigetragen. Die vier historischen Hollandimmobilienfonds mit negativen Ergebnissen haben im Schnitt 96,1% des investierten Eigenkapitals zurückgeführt. Demnach liegt der Kapitalverlust unter Berücksichtung des Agios bei 3,9% der Einlage.
Gegenbeispiel Deutschlandfonds: Anhand der 205 ausgewerteten historischen Deutschlandfonds mit Emission im Zeitraum 1969 bis 2003 und Immobilienverkäufen zwischen 1979 und 2008 wird sofort deutlich, dass das damalige kurzfristige Steuersparen wirtschaftlich kurze Beine hatte. Die Erfolgsquote von gerade einmal 63,4% fällt im Vergleich zu den anderen Anlagesegmenten äußerst dürftig aus. Das Gesamtsample bestätigt mit einem Sparbuch-Vermögenszuwachs nach Steuern von 2,0 p.a. bei einer Laufzeit von rund 15 Jahren, warum das Image von Deutschlandfonds negativ besetzt sein kann. Die 75 ausgewerteten historischen Deutschlandfonds ohne Vermögensüberschuss haben im Schnitt einen Mittelrückfluss von 75,3% des Eigenkapitals realisiert. Der durchschnittliche Kapitalverlust liegt demzufolge bei 24,6%.
Für eine Auswertung moderner historische Deutschlandfonds mit Emission ab dem Jahr 2000 liegen lediglich fünf Fondsgesellschaften vor. Diese erzielten einen Vermögenszuwachs nach Steuern von durchschnittlich 6,0% p.a. nach Steuern bei einer Erfolgsquote liegt bei 100%. Hieran lässt sich indikativ erkennen, dass sich moderne Deutschlandfonds von den Altemissionen hinsichtlich der dürftigen Ergebnisse deutlich abheben.
Ein Inhaltsübersicht inkl. Tabellen- und Diagrammverzeichnis zur Marktstudie "Die Performance historischer Immobilienfonds Edition 2010" können Sie unter den nachfolgenden Link einsehen:
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