MarketPoint Schiffsfonds:
Wahrheit und Dichtung des Münchener Merkurs
Mit dem heutigen MarketPoint Schiffsfonds widmet sich FondsMedia dem Artikel "Schiffsfonds gehen unter", erschienen am 25. Januar 2010.
Unter der obigen Schlagzeile schließt in dem Artikel des Münchener Merkurs der folgende Absatz an:
"München - Zigtausende Anleger steuern auf horrende Verluste zu: Im Sog der weltweiten Finanzkrise droht einem Großteil der gut 1000 geschlossenen Schiffsfonds die Havarie."
Dem Münchener Merkur ist es gelungen, mit nur einem Satz effizient zur Fehlinformation deutscher Schiffsinvestoren beitzutragen. Begründung:
Schiffsfonds stellen Sachwerte dar, die keinerlei direkte Berührungspunkte mit der so genannten Finanzkrise aufweisen. Daher ist eine Sogwirkung auszuschließen. Die jüngste Finanzkrise stellt einen Meilenstein in der Vernichtung von Vermögensanlagen dar. Die Asian Development Bank schätzt den Verlust auf rd. US$ 50 Billionen. Das entspricht dem weltweiten Bruttoinlandsprodukt eines Jahres. Die fatalen Folgen der Finanzkrise resultieren aus abstrakten Finanzprodukten, die exakt das Gegenteil zum Sachwert Schiff darstellen.
Die durch die Finanzkrise ausgelöste Weltwirtschaftkrise hat sich dramatisch negativ auf das Umschlagsvolumen in der Containerschifffahrt ausgewirkt. Erstmalig in der Geschichte der Containerschifffahrt hat sich das Umschlagsvolumen rückläufig entwickelt. Experten gehen für das Jahr 2009 von einem Minus in Höhe von ca. 7,5% bis 10,0% im Vergleich zum Jahr 2008 aus.
Die Aussage, einem Großteil der ca. 1.000 geschlossenen Schiffsfonds drohe eine Havarie, ist sachlich unzutreffend und grob irreführend. Eine Analyse aktueller Leistungsbilanzen ergibt einen Bestand von ca. 1.109 laufenden Schiffsfonds. Von diesen Schiffsfonds haben 755 Fondsgesellschaften in Containerschiffe investiert.
Derzeit sind ca. 88,7% der weltweit verfügbaren Containerschiffskapazitäten beschäftigt. Der Anteil unbeschäftigter Schiffe liegt bei ca. 11,3%. Unter den aufliegenden Containerschiffen befinden sich 148 Charterschiffe.
Geht man davon aus, dass es sich bei diesen Schiffen ausschließlich um deutsche Schiffsfonds als Eigentümer handelt, ergibt sich ein Anteil von 18,3% bezogen auf die 755 Fondsgesellschaften. Aufgrund der derzeitigen Marktkonstellationen ist davon auszugehen, dass bis zu 150 Schiffsfonds die beschäftigungslose Zeit nur mittels Eigenkapitalerhöhungen überstehen können.
Die Frage, wann ein Großteil ein Großteil ist, provoziert subjektive Einschätzungen. Numerisch hochgerechnet können derzeit 81,7% der Containerschiffsfonds nicht im Sinne einer beschäftigungslosen Phase von der Marktkrise betroffen sein. Mathematisch betrachtet handelt es sich hier eindeutig um den Großteil der Fondsgesellschaften.
Die Schlusspassage des Artikels gaukelt Lösungen vor, welche auf den Konten von Anwaltskanzleien wohltuende Wirkung zeitigen - Investoren von Schiffsfonds sind vor diesen Ratschlägen ausdrücklich zu warnen.
Eine ausführliche Beurteilung des Artikels können Sie in der kostenfreien PDF-Datei nachlesen.
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